vSphere 6.7 what's new

​​​​​​​​​​​vSphere 6.7 what’s new? 5 namhafte Neuerungen im Upgrade

11.07.2018 | Dirk Heindel

​Lohnt sich ein Upgrade auf vSphere 6.7? Wir haben die neue Version unter die Lupe genommen und erläutern fünf namhafte Neuerungen. Außerdem erfahren Sie im Artikel mehr zum Upgrade-Prozess.

 

1. TPM 2.0 und virtueller TPM

TPM ist die Abkürzung für "Trusted Platform Module". TPM existieren in vielen Laptops, Desktops und Server Systemen. Solche Module können verschlüsselte Daten sicher speichern (Keys, Credentials, hash-values). Falls Secure Boot beim ESXi aktiviert ist, basiert dieser Vorgang auf dem TPM 2.0 Modul. Hierbei werden beim Booten mit Secure Boot verschiedene Messungen vorgenommen und im TPM Modul gespeichert. Der vCenter Server kann dann bei jedem Boot die Messergebnisse vergleichen und Änderungen erkennen und melden.

Die TPM Funktionalität steht nun auch virtuellen Maschinen zu Verfügung. VMware Entwickler haben ein virtuelles TPM Gerät erstellt. Dieses kann in Windows wie ein ganz normales physisches TPM Modul verwendet werden. Auch hier können verschlüsselte Daten abgelegt werden. Diese Daten werden nicht im physischen TPM abgelegt sondern in der nvram-Datei jeder virtuellen Maschine. Damit die Daten entsprechend gesichert sind, muss hier die Funktion VM-Encryption genutzt werden, welche bei vSphere 6.5 eingeführt wurde. Die Nutzung von Hardware TPM in virtuellen Maschinen ist nicht vorgesehen, da beispielsweise der Platz im TPM Chip für die Summe an VMs pro ESXi zu knapp ist.

 

2. Mehrere Syslog Targets

Der vCenter Server kann so konfiguriert werden, dass er Nachrichten an ein Syslogempfänger schicken kann. Bisher war nur eine Zieladresse konfigurierbar. In einigen Unternehmen gibt es aber zwei oder mehr Teams, die den Empfang von Syslognachrichten wünschen. So wünscht sich beispielweise das Security Team Nachrichten über Anmeldungen am System. Das Datacenter Team hingegen möchte gern über volle Volumes oder sonstige Störungen informiert werden. Nun ist es möglich, über das VAMI Interface bis zu drei Syslogempfänger zu konfigurieren.

 

3. vSphere Quick Boot

ESXi 6.7 beinhaltet einen "soft" Reboot. Bei einem normalen Reboot, wird die gesamte Hardware durch das BIOS neu initialisiert. Ebenso wird die Firmware, ACPI Tabellen geladen und vieles mehr. Je nach Größe und Ausstattung des Systems dauert dies oft mehrere Minuten. Beim Patchen der ESXi in einem Cluster summieren sich diese Reboots zu einer stattlichen Wartezeit. Quick Boot umgeht den Hardware-Rebootprozess und beschleunigt so den Bootvorgang deutlich. Für Quick Boot müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Es benötigt kompatible Hardware und Gerätetreiber. ESXi Secure Boot darf nicht aktiviert sein.

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4. PMem (Persistent Memory) NVDIMM Unterstützung

PMem ist ein Speichertyp, welcher die Geschwindigkeit von klassischen DRAM hat, aber den Speicherinhalt beim Abschalten oder Reboot nicht verliert. PMem ist fast 100x schneller als SSD und eröffnet so neue Anwendungsbereiche. Seit vSphere 6.7 wird PMem oder NVDIMMs vom Hypervisor unterstützt. Dieser Speicher kann dann vom Host oder von virtuellen Maschinen genutzt werden. PMem wird vom ESXi erkannt und automatisch als Datastore eingebunden. Hier können dann auch "alte" VMs abgelegt werden. Virtual NVDIMM hingegen kann in einer VM ab virtueller Hardwareversion 14 aktiviert werden. Ein passendes Gastsystem (z.B. Windows Server 2016 oder RedHat 7.4) kann dieses virtuelle Gerät dann nutzen. DRS ist unterstützt - vSphere HA und Snapshots leider nicht.

 

5. vCenter Hybrid Linked Mode

Mit vSphere 6.7 wird der "vCenter Hybrid Linked Mode" eingeführt. Dieses Feature vereinfacht die Übersicht und das Management hybrider Infrastrukturen, bei der lokal eine Version von vSphere betrieben wird und eine andere Version von vSphere in der Cloud, beispielsweise bei AWS. Dadurch müssen vSphere Updates lokal und in der Cloud nicht abgestimmt werden. Zusätzlich ist nun die Funktion "Cross-Cloud Cold and Hot Migration" verfügbar. Häufig sind jedoch die CPU Typen der eingesetzten Hardware lokal und in der Cloud unterschiedlich. Damit VMs live zwischen lokaler vSphere Umgebung und Cloud verschoben werden können, kann nun "per-VM EVC" aktiviert werden. Hierbei kann jeder VM ein eigener EVC Modus zugeordnet werden.


 

6. vCenter Server Appliance Upgrade auf Version 6.7

Da uns schon Fragen zum Upgradeprozess erreicht haben, schauen wir uns diesen kurz an. 

Ein Upgrade ist von Version 6.0 oder 6.5 möglich. Aktuell ist davon Version 6.5 U2 ausgenommen. Als Beispiel nutzen wir einen vCenter mit "embedded deployment". Hier ist der Platform Services Controller in derselben Maschine aktiviert, in der auch der vCenter Server Dienst aktiv ist. Bei einem Update würden wir uns auf die VAMI Schnittstelle verbinden, die Patches herunterladen oder das Patch-ISO mounten, und die Patches installieren. 

Bei einem Upgrade jedoch ist das aber nicht der geeignete Weg. Wir nutzen das vCenter Server Appliance ISO und folgen den Schritten im Upgrade Wizard. Wie auch bei einer Migration von vCenter Server auf Windows zu vCenter Server Appliance ist das Upgrade einer Appliance ein zwei-Schritt Prozess. 

Im ersten Schritt wird eine neue vCenter Server Appliance mit temporärer IP-Adresse ausgerollt. 

Im zweiten Schritt werden die Daten der "alten" Appliance exportiert und danach in die neue vCenter Server Appliance importiert. Man kann für den Export die Events, Tasks und Performancedaten exkludieren. Nach dem Import wird die "alte" Appliance abgeschaltet. 

Da der Vorgang kein in-place-update ist, kann bei einem Fehler die alte Appliance einfach wieder eingeschaltet werden, da sie nicht verändert wird. 

Es sei noch angemerkt, dass die Version 6.7 die Letzte ist, bei es möglich ist, den vCenter unter Windows zu betreiben.​​


 

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