Ubuntu Desktop 18.04 VM unter Hyper-V mit Enhanced Session Mode einrichten

​​​​​​​Anleitung: Ubuntu Desktop 18.04 VM unter Hyper-V mit Enhanced Session Mode einrichten

06.09.2018 | Kai Schmithuysen

Diese Anleitung beschreibt in sechs Schritten, wie Sie Ubuntu 18.04 in einer Generation 2 VM mit erweitertem Sitzungsmodus unter Hyper-V ausführen können.

Hierfür müssen aber einige Voraussetzungen geschaffen werden:

  1. Der Hyper-V Host muss mindestens Windows 10 Professional (Build 1803 oder neuer) sein.
  2. Die Hyper-V Rolle muss installiert sein.
  3. Ubuntu muss für die Installation der VM in der Version 18.04 genutzt werden.
  4. Die Enhanced Session Mode Policy muss in Hyper-V aktiviert sein.
  5. Der Secure Boot muss in der VM deaktiviert werden.

Step 1 - Aktivierung der Richtlinie für erweiterten Sitzungsmodus

Nach der Installation von Hyper-V sollte unter den Hyper-V Settings die Richtlinie für den erweiterten Sitzungsmodus aktiviert werden.


Step 2 - Erstellen der Generation 2 VM in Hyper-V

Die VM für die Ubuntu-Installation sollte wie folgt angelegt werden:

Zuerst müssen für die VM ein Name und ein Verzeichnis angegeben werden, wo diese gespeichert werden soll.

 

 

Als nächstes muss die VM Generation 2 ausgewählt werden.

 

 

Danach wurde der dynamische RAM deaktiviert und die Größe des virtuellen Arbeitsspeichers statisch auf 8GB definiert.

 

 

Damit die VM direkt eine Verbindung mit dem Internet herstellen kann, wird empfohlen, die VM an einen externen Hyper-V Switch anzubinden.

 

 

Im folgenden Schritt müssen noch die virtuelle Festplatte sowie deren Größe und Speicherort angegeben werden.

 

 

Im letzten Step bei der Erstellung der VM kann direkt das Installationsimage ausgewählt werden (kann auch später erfolgen).

 

 

Hier die Zusammenfassung unserer Konfiguration:



Step 3 - Anpassen der VM Einstellungen für Ubuntu

Nachdem die VM erstellt wurde, sollte kontrolliert werden, ob die Boot-Reihenfolge richtig konfiguriert wurde. Diese sollte wie folgt aussehen:

 

 

Als nächstes muss Secure Boot deaktiviert werden. Dazu den Haken bei “Sicherer Start aktivieren“  herausnehmen

 

 

Um eine bessere Performance im Betrieb von Ubuntu gewährleisten zu können, sollten mehrere virtuelle CPUs konfiguriert werden.

 

 

Zusätzlich sollten die Gastdienste unter Integrationsdienste aktiviert werden.

 

 

Unter Hyper-V in Windows 10 (1803) ist ein neues Feature hinzugekommen, das dafür sorgt, dass in regelmäßigen Intervallen automatisch Prüfpunkte erstellt werden. Da dieses Feature nicht benötigt wird, kann es deaktiviert werden.



Step 4 - Installation von Ubuntu

Um Ubuntu auf der Festplatte zu installieren, die Option „Install Ubuntu wählen“.


 

Danach kann die Sprache ausgewählt werden. In diesem Beispiel Deutsch.

 

 

Nachdem die Sprache ausgewählt wurde, muss noch das Tastaturlayout definiert werden.

 

 

Unter den Einstellungen für die Paketquellen für Updates und andere Software, kann die Installation von Drittanbieter Paketen erlaubt werden.

 

 

Im nächsten Schritt muss die Partitionstabelle und Festplattenpartitionierung angegeben werden. Um eine UEFI Installation durchzuführen, muss "Etwas anderes" ausgewählt werden.

 

 

Zuerst muss eine Partitionstabelle angelegt werden. Bitte dazu auf „neue Partitionstabelle“ klicken.

 

 

Bevor die Partitionstabelle angelegt wird, muss mit „Weiter“ bestätigt werden.

 

 

Danach ist die leere Partitionstabelle sichtbar und es kann über das Pluszeichen eine neue Partition angelegt werden. Die Festplattenpartitionierung wird in unserem Beispiel recht simpel angelegt. Es wird eine EFI Boot Partition und eine EXT4 Partition für das Betriebssystem angelegt.

 

 

Als erstes muss für die UEFI Installation eine EFI-System-Partition angelegt werden. Empfohlen sind hier 300 bis 500MB.

 

 

Nachdem die Boot-Partition angelegt wurde, kann über das Pluszeichen die EXT4 Partition angelegt werden.

 

 

Folgende Einstellung sollte für die Root-Partition gewählt werden:

 

 

Somit ist die Partitionierung abgeschlossen und mit „Jetzt Installieren“ wird die Installation fortgesetzt.


 

Damit die Festplatte partitioniert wird, muss zuerst mit „Weiter“ bestätigt werden.

 

 

Nach der Partitionierung der Festplatte muss noch die Zeitzone ausgewählt werden:


 

Im letzten Schritt des Installationsassistenten muss noch der Name des Benutzers, des Rechners und das Kennwort für die Anmeldung angegeben werden.

 

 

Danach bitte auf „Weiter“ klicken um die Grundinstallation zu starten.



Step 5 - Anpassen der Bildschirmauflösung für den Basic Session Mode

Nach dem ersten Start von Ubuntu sieht die Auflösung im Vollbildmodus wie folgt aus:

 

 

Damit unter der Basic Session die richtige Auflösung im Vollbildmodus genutzt werden kann, muss die Datei /etc/default/grub angepasst werden. Diese definiert die Einstellungen für Grub.

Gehen Sie wie folgt vor:

1.            Open Terminal

2.            Type: sudo nano /etc/default/grub

3.            Suchen Sie nach der Zeile, die mit GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT beginnt und fügen Sie folgendes hinzu: video=hyperv_fb:[Auflösung YYYYxZZZZ]. 

Die Zeile sollte wie folgt aussehen um eine Bildschirmauflösung von 1680x1050 zu nutzen:

GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT="quiet splash video=hyperv_fb:1680x1050"

 

 

Danach speichern.

4.            sudo update-grub

 

 

5.            Reboot der VM

Danach sollte in der Basic Session die richtige Auflösung genutzt werden.



Step 6 - Vorbereitung für Enhanced Session Mode

Damit unter Ubuntu der erweiterte Sitzungsmodus genutzt werden kann, müssen diverse Pakete nachinstalliert werden. Hierfür kann ein Script genutzt werden, das über GitHub heruntergeladen werden kann.

#Download der Scripts von GitHub

Öffnen Sie ein Terminal und geben Sie folgende Befehle ein:

sudo apt-get update (Update der Paketlisten)

 

 

sudo apt install git (Installation des git-Pakets für Download der Scripts)

 

 

git clone https://github.com/jterry75/xrdp-init.git ~/xrdp-init (Download der Scripts für xrdp Installation)

 

 

#Scripts ausführbar machen und ausführen

Wechseln Sie zuerst in das Skriptverzeichnis und setzen Sie die Rechte auf dem Installationsskript auf ausführbar.

cd ~/xrdp-init/ubuntu/18.04/

sudo chmod +x install.sh

 

 

Führen Sie das Installationsscript aus

sudo ./install.sh​

 

 

Nachdem das Script ausgeführt wurde, muss das System neu gestartet werden.

sudo reboot

Nachdem das System neu gestartet wurde, muss das xrdp-Installationsscript nochmals ausgeführt werden.

Öffnen Sie ein Terminal.

#Script nochmals starten

cd ~/xrdp-init/ubuntu/18.04/

sudo ./install.sh

 

 

Wenn das Script ausgeführt wurde, muss das System heruntergefahren werden.

sudo halt

Falls die VM nicht beendet werden sollte, können Sie diese via Hyper-V Manager ausschalten. Danach muss in der VM-Konfiguration der EnhancedSessionTransportType von VMBus auf HvSocket umgestellt werden. Hierfür bitte bei ausgeschalteter VM folgenden Befehl in der Powershell eingeben.

Set-VM -VMName Ubuntu -EnhancedSessionTransportType HvSocket

 

 

Danach kann die VM wieder gestartet werden. Sobald eine Verbindung per Hyper-V Console aufgebaut wird sollte die Anzeigekonfiguration zu sehen sein.


 

Da es aktuell noch einen Bug mit der Verbindung von Druckern gibt, sollten diese in der RDP Verbindung deaktiviert werden.

Folgende Einstellungen können vorgenommen werden.

Drucker und Smartcards deaktivieren.

Laufwerksmapping im erweiterten Sitzungsmodus aktivieren.


 

Verbinden Sie sich mit der VM. Hier sollte jetzt der xrdp-Anmeldebildschirm sichtbar sein.

 

 

Nach der Anmeldung sollten die Laufwerke des Hyper-V Hosts sichtbar sein. Das Kopieren zwischen Hyper-V Host und VM sollte ab diesem Moment auch möglich sein

 

 

Viel Spaß beim Testen 😊​​

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