SUSE Linux Enterprise Server 15

​​​Warum sich der Umstieg auf SUSE Linux Enterprise Server 15 lohnt

15.08.2019 | Thorsten Geister

​SUSE hat nach knapp vier Jahren eine neue Version veröffentlicht: SLES 15 reiht sich als Nachfolger-Version zu SLES 12 in die SUSE-Linux-Enterprise-Reihe ein und verspricht einige neue und praktische Features.

Dabei sorgt der Name etwas für Verwirrung, da nach 12 die Versionsnummer 13 erwartet wurde. Da die 13 in Deutschland und anderen westlichen Ländern und die 14 vor allem in Süd- und Ostasien als Unglückszahlen verrufen sind, entschied sich Linux für den Sprung zur 15. Ob Sie damit auf der „sicheren“ Seite sind und das Unglück ausgetrickst haben, wird sich noch zeigen.

Sicher ist jetzt schon, dass mit der Version 15 ein grundlegender Umbau stattgefunden hat. So will SUSE sein Produkt zukunftsfähiger machen und die Verbindung zwischen traditioneller und cloud-orientierter IT vereinfachen.​

SLES 15 ist in Zukunft modular aufgebaut. Jedes einzelne Modul beinhaltet Software-Pakete und die Module decken einen eigenen Bereich ab. Zudem hat jedes Modul unterschiedliche Update-Zyklen. Durch den modularen Aufbau ist es möglich, mit der richtigen Modulauswahl sowohl Destop- als auch HPC-System zu konfigurieren. 

Folgende Verbesserungen ergeben sich durch die Umstellung auf SLES 15:

  • ​Nur noch ein Installationsprogramm (Unified Installer) für alle Module. Eine Spezifizierung erfolgt im weiteren Verlauf der Installationsroutine
  • Durchgehende Modularität ermöglicht eine höhere Flexibilität bei der Konfiguration ​
  • Veraltete Pakete werden aktualisiert
  • Veraltete Befehle wurden entfernt 
  • Der Lebenszyklus beträgt 13 Jahre (10 Jahre General Support + 3 Jahre Extended Support) 
  • Standard Support für SLES 15: 31.07.2028 (SLES 12 bis: 31.10.2024)

Übersicht der Module​

Mit SLES 15 hat SUSE vieles in Module gepackt. Im Moment können Anwender auf die nachfolgenden Module zurückgreifen: 

  • ​Base System (SLE base system) 
  • Containers (Docker, tools, prepackaged images) 
  • Desktop Applications (Basic desktop functionality)
  • Workstation Extension (Office tools and multimedia)
  • Development Tools (Helps in developing applications, replaces the SLE SDK) 
  • High Availability (HA tools such as Hawk, crm, Pacemaker, Corosync) 
  • High Performance Computing (Tools and libraries related to High Performance Computing ​

(HPC)

  • ​​​​Legacy (Packages for migration purposes with limited support timeframe) 
  • Public Cloud (Public cloud initialization code and tools) ​
  • SAP Applications (Packages specific to SLES for SAP)
  • Server Applications (Web server, NVDIMM support, OFED)​

Extensions

Extensions bieten erweiterte Funktionen für Aufgaben wie 

  • Live-Patching
  • High Availability
  • Workstation

Diese Extensions werden als Abonnement angeboten und benötigen einen kostenpflichtigen Registrierungsschlüssel. In der Regel haben diese Erweiterungen eigene Release-Informationen. ​


Neue / alte Befehle

ntp -> chrony 
Chrony ersetzt den veralteten NTPD für die Zeitverwaltung. 

SuSEFirewall2 -> firewalld 
Firewalld erlaubt dynamisches Anpassen von Firewall-Regeln. 

SMT (Subscription Management Tool) -> RMT (Repository Mirror Tool und Registration Proxy für SCC (SUSE Connect Center)) 
Spiegeln von SUSE Repositories und Kunden Repositories. Proxy zu anderen RMT Servern. 

unrar -> unar
Unar ersetzt aus lizenzrechtlichen Gründen unrar. 

Das Verzeichnis /etc/init.d ist leer. Es können keine System V init Skripte enabled werden. Falls erforderlich, das Paket insserv-compat nachinstallieren. 

Die Befehle arp, route, netstat, iptunnel, ipmaddr, ifconfig sind nicht mehr vorhanden. Falls erforderlich, das Paket net-tools-deprecated nachinstallieren.

Die Datei /etc/SuSE-release ist entfernt worden. 

Floppy Disk Support ist entfernt worden

ReiserFS Support ist entfernt worden.
Der Installer blockiert eine Migration, wenn ein ReiserFs Dateisystem entdeckt wird. 

Der Befehl finger fehlt.

Einige Cron Jobs unter /etc/cron.{hourly,daily,weekly,monthly} sind jetzt als Timer Units implementiert worden.​


IT-Training mit SLES 15

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